Hallo Gesundheit, Tschüssi Freiheit!
Rauchen verboten
Seit dem Sommer ist das Rauchen in Diskotheken verboten – Ausnahme: abgetrennte Raucherräume. Darauf haben sich CDU/CSU und SPD geeinigt. Grünen und Linkspartei. PDS geht das sogar noch nicht weit genug. Alles zu unserem Besten, im Sinne der Volksgesundheit.

Das Rauchverbot wird wohl der heftigste Einschnitt in die Clubkultur seit langem sein. Egal, was man vom Rauchen hält, die meisten Clubgänger ziehen sich eine nach der anderen rein. Das soll künftig bis zu 200 Euro Strafe kosten und den Clubbesitzer, der das duldet, bis zu 5000 Euro. In Italien, wo man schon erste Erfahrungen mit einem Rauchverbot gemacht hat, findet man seitdem als Tourist ohne Ortskenntnis immer leicht einen Club. Der Club ist da, wo eine rauchende Menschenansammlung vor der Tür steht. Das wird so mancher Location mit geheimer Adresse Probleme machen, mit undercover-Nightclubbing ist dann nichts mehr.

Und was denken sich die Volkserzieher in der Politik als nächstes aus? Wie wär?s mit einem Verbot alkoholischer Getränke? Die sind auch ungesund. Gut, ein Wein oder ein Bier nicht, aber man könnte das ja rationieren. Jeder Clubbesucher darf ein alkoholisches Getränk pro Nacht trinken. Danach gibt?s nur noch Saft. Wir feiern uns gesund. Über eine „Lärmbegrenzung“ in Clubs wird schon heftig diskutiert in der Politik. Das macht aber nichts, weil gute Musik ja auch leise toll ist. Was hat elektronische Musik auch schon mit Lautstärke zu tun? Wir können übrigens davon ausgehen, dass die Schallpegelbegrenzung nicht für Symphoniekonzerte gelten wird. Das ist in den Augen der Politik nämlich „gute Kultur“, die man selbst gerne nutzt.

Schlafforscher sind sich übrigens einig, dass es nicht gesund ist, eine Nacht durchzumachen. Auch das sollte verboten werden. Clubs können ja Samstag und Sonntag jeweils von 9 bis 22 Uhr öffnen, dann leidet der Schlafrhythmus nicht. Man könnte auch die Türsteher gesetzlich dazu verpflichten, darauf zu achten, dass im Winter keine Gäste im nass geschwitzten T-Shirt den Club verlassen, wegen der Erkältungsgefahr. Und Bistros dürfen nur noch gesunde Nahrung anbieten.

Wie sieht also der Club der Zukunft aus? Eine Art Saftbar mit leiser Musik, die nur tagsüber geöffnet hat. Und die Gäste, also wir? Alle ganz toll gesund. Statt mit 70 an Lungenkrebs oder Verfettung zu sterben, sterben wir erst mit 80 an Parkinson. Und sind somit zehn Jahre länger der Politik dankbar, dass sie endlich allen Lastern einen Riegel vorgeschoben hat.

So lange das fic... nicht verboten wird... aber wer weiß, vielleicht kommt irgendein Gesundheitsfaschist im Rathaus, im Bundestag oder in Brüssel auch noch auf diese Idee – wegen Herzinfarktgefahr beim Orgasmus.
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Kommentare | 1 bis 7 von 7 Kommentieren
03.10.2008 | 10.07 Uhr | Holzauge Wie ich betonte, interessiert mich das Thema "Kneipenrauchverbot" aus p e r s ö n l i c h e n Interessen nicht.

Was mich aus persönlicher Sicht interessiert, ist, dass kein Nichtraucher (aber auch Raucher) gezwungen wird, meinen Tabakrauch einatmen zu müssen.

Deshalb rauche ich schon seit Jahrzehnten grundsätzlich nicht in geschlossenen Räumen, nicht im Freien innerhalb einer Menschengruppe, mache vor Fußgängerampeln die Kippe aus, wenn andere Menschen (insbesondere Kinder und Alte) davorstehen.

Selbst in der eigenen Wohnung rauche ich nicht und gehe ins Freie oder in den Heizungskeller unseres Hauses, weil da sowieso ausser mir niemand hinkommt und der gut belüftet ist sowie die Luft ohnehin mit dem Verbrennungssog durch den Kamin geht.

Selbstverständlich gehört keine brennende Kippe in ein Speiselokal. Nicht vor, nicht während und auch nicht nach dem Essen. In Kindergärten, Schulen, Kliniken, Versammlungsräumen, Werkstätten und Büros usw. auch nicht.
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27.09.2008 | 20.08 Uhr | Roeschen rauch gemütlich ein Zigarettchen dabei und schaue mir nen Krimi an,-)
 
Röschen
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27.09.2008 | 20.07 Uhr | Roeschen Oh, da muß ich Holzauge zustimmen. In SPanien ist Rauchverbot schon lange durchgesetzt, aber bei meiner zweimonatigen Pilgerreise durch SPanien habe ich gesehen, dass sich niemand dran hält. In Kathmandu hab ich jetzt mit Iren gesprochen, alles Raucher und sie befragt, wie das denn so läuft in den Pubs. Ja klar, sie sind nach wie vor voll, jedoch stehen 2/3 der Gäste ständig vor der Türe, wenn es möglich ist! Na dann! Im Kölner Blog war das lange Zeit auch immer wieder Thema pro und contra. Ich meine in Restaurants sollte tatsächlich nicht geraucht werden dürfen, ansonsten für Bars, Kneipen etc. sollte sich der Inhaber frei entscheiden dürfen, ob er dieselbigen rauchfrei gestalten möchte. Ich bin zwar ein kleiner Raucher, aber kann gut verzichten, aber bei nem Bierchen oder in der Weinstube rauche ich halt gern eine!
 
Wenn es beide Möglichkeiten gibt, dann kann sich der Nichtraucher eben an die Kneipe seines Vertrauens wenden,-)
 
Viele Grüße aus Köln, ich trink jetzt ein Bierchen und
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29.08.2008 | 23.15 Uhr | Holzauge Aus Sicht persönlicher Interessen interessiert mich eigentlich das Rauchen in Gaststätten nicht -ich rauche aber saufe nicht.
 
Woher weiß Johannes-Koeln, in anderen Ländern funktioniere es, Ertragseinbrüche der Wirte seien nicht zu verzeichnen? Mir erzählen Bekannte und Verwandte, die in Irland, Holland und Italien waren unisono, da interessiere in den Lokalen keinen Menschen, ob das Verbot eingehalten werde, es werde überhaupt nicht kontrolliert. Logisch hatten die Wirte dann keine Einbußen.
 
Abgesehen davon, in Holland darf geraucht werden - nur kein Tabak, aber Cannabis pp. pur ohne "Tabakverunreinigung". Hallo?
 
Woher weiss Janda, durch Saufen werde niemand Dritter geschädigt? Empfehle mal beim Schützen-oder Stadtfest hier in Gummersbach die Notfall-Ambulanz im Krankenhaus zu besuchen und einige Stunden im Wartezimmer zuzubringen. Die eine Patientin begrüßt da die Andere: "Ist dein Alter auch schon nach Hause gekommen?" Antwort: "Sieht mans nicht?" (Und, und...)
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27.08.2008 | 10.18 Uhr | johannes-koeln 1. In anderen Ländern, wo das Rauchverbot praktiziert wird, funktioniert die Sache, regt sich kein Mensch mehr auf und die Lokale haben auch nicht die befürchteten Einbrüche verzeichnet.
2. Die Freiheit des einen endet da, wo die Freiheit des anderen beginnt, nämlich die dessen, der nach Möglichkeit nicht durch Passivrauchen trotz Lokalbesuch belästigt werden oder erkranken möchte.
3. Was ist normal daran, an brennedem Laub zu lutschen und dafür noch ernst genomme werden zu wollen (Habe höhere Erkenntnisse, da selbst mal Raucher).
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27.08.2008 | 09.35 Uhr | Jandi Nun, die Raucherclubs sind ja wieder überholt, seit in Eckkneipen doch geraucht werden darf. Mancher Vergleich hinkt ein wenig. Beim Rauchen raucht der Nichtraucher passiv mit, beim Saufen muss er sich schon aktiv beteiligen, um sich zu schädigen. Nun kenne ich nicht die Dezibel die ein Symphonie Orchester verursacht, aber Discos werden sicher wesentlich lauter beschallt oder gar die Ohren mit dem Walkman zugedröhnt. Damit schädigt man sich alleine. Alles hat seine zwei Seiten. Übrigens läuft es doch woanders in Kneipen gut, auch mit den Verboten. Die Pubs in Irland brummen - trotz Rauchverbot. In Skandinavien sind alle Lokale voll trotz hoher Alkoholpreise. Nur die Deutschen können angeblich nicht ohne leben. Gerade beim Rauchen finde ich es als Nichtraucherin sehr unangehm mitqualmen zu müssen. Da hilft auch der gute Rat nicht draussen zu bleiben, habe auch Durst. Und was machen die Tresenkräfte, die ständig den Qualm ins Gesicht geblasen bekommen? Lieber arbeitslos sein?
Jandi
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26.08.2008 | 23.38 Uhr | Vögi Recht zynisch, aber nicht schlecht.
Ich finde es bemerkenswert, bei welchem Extrem wir inzwischen gelandet sind. Gehörte Rauchen in den 60er und 70er Jahren schon fast zum guten Ton (in jeder Talkshow wurde gequalmt bis zum Gehtnichtmehr) verteufelt man es heuzutage regelrecht. Es heißt hier, wie so häufig, das richtige Maß zu finden. Der Gesundheitsschutz ist ja ein absolut nachvollziehbares Motiv; man kann aber zu dessen Durchsetzung nicht an den gesellschaftlichen Realitäten vorbeigehen. Tut man es doch, wie derzeit mit den Rauchverboten in Gaststätten, entwickeln sich so skurrile Gebilde wie die pilzartig aus dem Boden schießenden Raucherclubs. Ein Freund von mir, seines Zeichens strikter Nichtraucher, ist seit neuestem Mitglied eines Raucherclubs, nur damit er seine Lieblingskneipe weiter besuchen kann. Absurd!
Vielleicht findet man ja doch irgendwann zu einem gesunden Mittelmaß!
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