Zehn Artikel habe ich inzwischen für meine Gastzeitung Al Hayat geschrieben. Sechs davon sind veröffentlicht worden, die anderen harren noch der Übersetzung. Diese Hürde, der Transfer des deutschen Textes ins Arabische, ist eine echte Geduldsprobe. Oft dauert das vier, fünf Tage und länger. Und dann muss noch ein Platz in der Zeitung gefunden und der Text redigiert werden.
Da muss man sich als Redakteur, der tagesaktuelles Arbeiten gewöhnt ist, ziemlich umstellen. Auch bei der Recherche läuft hier einiges anders und nicht gerade wie am Schnürchen. Für statistische Zahlen zum Beispiel interessiert sich kaum jemand. Am deutlichsten ist das bei meiner Vorbereitungen für einen Artikel über das hiesige Schulsystem geworden.
Die banale Frage zum Beispiel, wie viele Schulen es im Libanon gibt und welche davon privat sind, versuche ich jetzt schon seit zwei Wochen zu beantworten. Der Kollege Zaki, der bei Al Hayat die Familienseite betreut, hat erst gemeint, ich soll es beim Bildungsministerium versuchen.
Dann aber ändert er seine Meinung und verwies mich an die Unseco, die in Beirut eine große Niederlassung hat. Die hätten die Zahlen, hat Zaki versichert. Wir müssten da nur mal schnell hingehen. Eine Woche lang ging das so, bis Zaki wieder eine neue Idee hatte: Internet. Er hat mir ein paar Links von der Unesco-Homepage geschickt.
Aber auch das hat nichts gebracht, die Dateien dort ließen sich nicht öffnen. Und dann hat mir Zaki noch eine Email-Adresse genannt . . .
Also man sieht, da komme ich nicht richtig weiter. Dafür aber kann ich nun endlich eine staatliche Schule besichtigen. Um da als Journalist rein zu dürfen, braucht man im Libanon sechs Bescheinigungen vom Arbeitgeber. Die Personalabteilung von Al Hayat hat ziemlich rotiert. Morgen werde ich wohl endlich in diese vermaledeite Schule gehen und dann den Artikel fertig schreiben können.
Bei meinem Besuch einer christlichen und einer muslimischen Schule gab es diesbezüglich überhaupt keine Probleme. Die öffentlichen Schulen aber, das beklagte die Al-Hayat-Personalchefin Rasha Atwi, „betreiben einen unglaublichen Bürokratismus“.
Sei`s drum. Übe ich mich halt in orientalischer Geduld. Hauptsache, das Warten lohnt sich.
Da muss man sich als Redakteur, der tagesaktuelles Arbeiten gewöhnt ist, ziemlich umstellen. Auch bei der Recherche läuft hier einiges anders und nicht gerade wie am Schnürchen. Für statistische Zahlen zum Beispiel interessiert sich kaum jemand. Am deutlichsten ist das bei meiner Vorbereitungen für einen Artikel über das hiesige Schulsystem geworden.
Die banale Frage zum Beispiel, wie viele Schulen es im Libanon gibt und welche davon privat sind, versuche ich jetzt schon seit zwei Wochen zu beantworten. Der Kollege Zaki, der bei Al Hayat die Familienseite betreut, hat erst gemeint, ich soll es beim Bildungsministerium versuchen.
Dann aber ändert er seine Meinung und verwies mich an die Unseco, die in Beirut eine große Niederlassung hat. Die hätten die Zahlen, hat Zaki versichert. Wir müssten da nur mal schnell hingehen. Eine Woche lang ging das so, bis Zaki wieder eine neue Idee hatte: Internet. Er hat mir ein paar Links von der Unesco-Homepage geschickt.
Aber auch das hat nichts gebracht, die Dateien dort ließen sich nicht öffnen. Und dann hat mir Zaki noch eine Email-Adresse genannt . . .
Also man sieht, da komme ich nicht richtig weiter. Dafür aber kann ich nun endlich eine staatliche Schule besichtigen. Um da als Journalist rein zu dürfen, braucht man im Libanon sechs Bescheinigungen vom Arbeitgeber. Die Personalabteilung von Al Hayat hat ziemlich rotiert. Morgen werde ich wohl endlich in diese vermaledeite Schule gehen und dann den Artikel fertig schreiben können.
Bei meinem Besuch einer christlichen und einer muslimischen Schule gab es diesbezüglich überhaupt keine Probleme. Die öffentlichen Schulen aber, das beklagte die Al-Hayat-Personalchefin Rasha Atwi, „betreiben einen unglaublichen Bürokratismus“.
Sei`s drum. Übe ich mich halt in orientalischer Geduld. Hauptsache, das Warten lohnt sich.
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12.11.2008 | 08.38 Uhr | Roeschen
Hallo Müller!
Da sieht man mal wieder, was Statistiken in solchen Ländern wert sind? Nix! Anscheinend, oder?
Mich würden ja Deine Artikel interessieren, die Du so schreibst für die Zeitung. Nur so, am Rande bemerkt!
Viele Grüße
Röschen
Da sieht man mal wieder, was Statistiken in solchen Ländern wert sind? Nix! Anscheinend, oder?
Mich würden ja Deine Artikel interessieren, die Du so schreibst für die Zeitung. Nur so, am Rande bemerkt!
Viele Grüße
Röschen







