Fraport City
Über den Wolken... muß die Freiheit grenzenlos sein...
Kleine grüne Welt regt sich wieder auf. Ich rege mich immer auf wenn es um den Flughafen geht, man ohnmächtig den Machenschaften von Politik und Wirtschaft ausgesetzt ist, denn immerhin gehört der Frankfurter Flughafen zu 51% den Frankfurtern und dem Land Hessen. Und das sind ja angeblich wir, aber letztendlich sind es nur 30 handverlesenen Leutchen die Global Player spielen.
 
Aber man muß das Positive an solchen Meldungen rauslesen. Das habe ich längst verstanden. Es kommen bald 40.000 neue Arbeitsplätze, weil der Flughafen stadtnah bleibt, Frankfurt mit Amsterdam auf Augenhöhe aufsteigt - dank Fraport City. Das bedeutet: Frankfurt ist unter den Top 10 der Welt, also fast so wie Bayern München in der Bundesliga. Und das Beste kommt noch als Freizeitbeschäftigung nebenher, oder sagen wir mal, als Daseinsfindung zwischen Hartz IV-Formular und der Frage, nach dem morgen. Es werden ja einige der jetzigen Arbeitsplätze ausgelagert, da zu teuer. So freue ich ich mich schon auf das KFZ Kennzeichen Rätselraten auf der Flöserbrücke in Frankfurt am Main.
 
Ganz hinten in Frankfurt, noch weiter hinten, da wo die Offenbacher über den Zaun nach Frankfurt gucken, da war der kleinste Bagger was der Baumaschinenmarkt anzubieten hat am werkeln. Ein wenig später kam sein etwas größerer Bruder, angekarrt auf einem Klapper-LKW. Und diese kleinen Bagger fingen an einen Spielplatz umzugraben. Die Klapper-LKWs hatten das Kennzeichen: GTH, zwei der Insassen nicht der deutschen Sprache mächtig und für eine Wohnungsgesellschaft tätig, deren Sitz in Sachsen ist, subventioniert vom Aufbau Ost. Das Ganze war vorher bundesdeutsches Staatseigentum.
 
Nun kommen sie aus Polen, um einmal im Jahr den Rasen in Frankfurt zu mähen, den Sandkasten umzustülpen, weswegen der örtliche Hausmeister entsorgt wurde. Und weil es den örtlichen Hausmeister aus Frankfurt nicht mehr gibt, kommt dafür nun nach zwei Wochen einer Beanstandung jemand mit dem Kennzeichen “L” vorgefahren. Der Hahn tropft, die Müllhalden wachsen kontinuierlich vor, hinter den Mülltonnen oder 20 Schritte weiter in den Hecken zu einem stattlichen Zeugnis der Konsumfreudigkeit an. Aus einer bürgerlichen Siedlung wurde ein Ghetto. Viele Frankfurter Bürger sind ausgezogen, haben reißaus genommen, auch weil sie von Fraport City aus zugedröhnt werden. An Schlaf nicht mehr zu denken, der anstrengenden Nachtschicht folgt der Tagalbtraum.
Nun hat die Unterschicht aus allen Ecken der Welt dort Einzug erhalten, unterstützt vom deutschen Staat.
 
Ich freue mich auf die 40.000 Kennzeichen die Richtung Fraport City unterwegs sind. Das Superratespiel für, für… naja, für die, die ganz unten sitzen, immer auf Augenhöhe bleibend - Autokennzeichen raten, wie früher auf der Busfahrt nach Bad Orb zur Wegscheide. Memories.
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28.04.2009 | 02.34 Uhr | berlin berlin was here
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