Wie es uns gefällt...
Nachts, wenn die Welt ihre Kontur verliert...
Wohlan, hebt den Vorhang der noch verhüllt, was an wundersamen und fantastischen Dingen als grandioses Schauspiel einer leuchtenden Zukunft wir so sehnlichst erwarten, hinter dem purpurnen Rot des umhüllten Geheimnisses auf der noch im Dunkel liegenden Bühne unserer Zukunft.
 
Das Licht im Saal erstirbt, im Orchestergraben hebt die Musik in tiefen, dunklen, Moll getränkten Klängen mit zunächst kaum merklichem Ton an. Das Publikum schweigt in spannungsvoller Erwartung.
 
Szenischer Epilog zum Stück:
 
Der König des Waldes tritt auf (als Stimme der Zukunft von Kommendem künden):
 
„Mein Reich erstreckt sich über das ganze Gebiet vom alten Kronberg bis nach Hanau, einst nannte man es Rhain-Main area. Heut’ herrsche ich über alles Volk im pulsierenden Herzen Hessens.
Die Natur und mein Volk, wir leben in Eintracht und ausgewogener Balance. Kein Schloss und kein Riegel ist nötig an Häusern und Höfen, so friedlich und ruhig ist mein Königreich.
 
Wir leben in Fülle, überreich beschenkt, mit allen Dingen, die unsere Welt uns bietet. Und wir teilen redlich. Ohne ein Wort, ohne zu zögern hilft einer dem andern, und was wir erringen, teilen wir gerecht.
 
Wir ehren die Alten, behüten die Jungen, helfen den Armen und sorgen uns um die Kranken. Wir suchen uns zu lassen und einander zu verstehen soweit wir können, und jedwede Sache wird eingehend von meinem Volk palavert. So weit wir können, fördern wir die Talente des Einzelnen, so absonderlich es auch sein mag, und tun all unser Werk zur Mehrung unserer Kultur und des Wissens.
 
Jeder erkennt unser Recht an, ist es doch das eingelöste Versprechen beschützter Freiheit. Haben wir doch lange schon erkannt, dass wir miteinander leben müssen so gut es geht, und einander vertrauen, um unsere Welt zu errichten, und zu erhalten. So würden vorangegangene Generationen vielleicht über die „Lasterhaftigkeit“ unserer Zeit und die mannigfaltigen Ausschweifungen, denen sich manche hingeben, manch’ böses Wort sprechen.
 
Doch haben wir erkannt, dass eine Welt weniger Tabus und mehr Vertrauen, weniger Repression und mehr Aufklärung bedarf, um den Weg der Freiheit zu beschreiten, und den Kräften der Unterdrückung die Macht zu nehmen. So leben wir seitdem als ein Volk der Freien, der Gleichen, voller Brüderlichkeit und ohne Arg, einander anerkennend in unserer brillanten Natur.
So spreche ich zu euch von kommenden Dingen, ich der König des Waldes!“
 
Am Bühnenrand erscheint der Häscher (die Verkörperung der Zerstörungswut):
 
„Hört ihr sein Lied, diese lachhafte Weise vom F-r-i-i-I-I-I-E-E-D-E-N! HAH, hah! So eine Schmonzette, dieses süßliche Lied, dieses falsche Gift irrsinnigen Wahns! Pfui!!! Vergiftet dieser närrische Thor doch unseren klaren Verstand! Diese phantastische Traumgestalt, die uns sooooo höflich und mit freundlichen Worten einlullt, unser Misstrauen mit seinem üblen Odem narkotisiert und uns auf den Schwingen von Orpheus Boten in sein wunderliches Narrenreich zu entführen trachtet.
 
Nur um uns dort dieser ach so süßen Schar von erträumten Gestalten und den vielen kleinen, phantastischen Tierwesen seines absurden Reiches vorzustellen. So sollen wir gefallen an dieser Maskerade finden, an diesem Mummenschanz, der eine Verhöhnung jedweden ernsthaften Staatswesens darstellt!
 
Freiheit, pah! Lächerlich! Und wofür? Damit alles gut wird!? HAHAHAHA! Köstlich diese irrsinnige Ironie, als könnte die pure Vorstellung uns alle von den Ketten unserer Wirklichkeit befreien! Nein, wir werden aufwachen, und alles wird so sein wie zuvor.
 
Reiche und Arme, Innen und Außen, Oben und Unten, Vorne und...Hinten. Wie auch anders? Eine Welt muss einen klaren Winkel haben, alles andere ist phantastische Träumerei. Und Vertrauen, na das ist etwas fürs Gebet, in meinem Reich versteht man nur eine Sprache. Keine Angst vor Kontrolle, nein, Kontrolle durch Angst, sicher ist sicher. Nun gut, genug gefaselt, ich habe noch eine Arbeit zu tun.
 
[Murmelt vom Publikum abgewendet] Muss’ noch den alten Narren mitsamt seinem erträumten Königreich erlegen, dann herrsch’ ich wieder ungestört, und Ruh’ ist.“
 
(Die beiden treten ab, die Bühne wird erneut in Dunkelheit gehüllt)
 
Beginn des 1. Akt....
 
So ist's an uns zu entscheiden wie dieses "Theater" weitergeht. Wohlan, Bürger...
 
Bürger W.
:)
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06.12.2008 | 09.29 Uhr | Roeschen Man ist immer frei, wenn man sich nicht anpaßt und keinen Gehorsam leistet. Man muß es nur entdecken, alles andere ist Utopie, nicht die Welt wird sich verändern, nur jeder einzelne kann, wenn er will:-)
 
Grüße aus Köln
 
Röschen
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