Wozu all unsere Kultur? Wozu das Streben nach Wissen? Nach Erkenntnis? Wozu all die kultivierte Differenziertheit der post-post-modernen Zivilisation? Das Höchstmaß an sozialer, intra-psychischer Disziplinierung? An individualisierter „Performance“? Was ist’s, das dem Streben nach Wahrem, Schönem und Gutem so lebendige Bedeutung verleiht?
Soll es nur dazu nützlich sein, unsere absurdesten Wünsche nach konsumierbaren Capriziosen zu erfüllen? Um uns, durch immer feiner gesponnene Netze von Überwachung und Kontrolle besser vor uns selbst und unserer unhintergehbaren, menschlichen Natur zu bewahren? Oder um die Verhältnisse in der Festigkeit ihrer Strukturen „bombensicher“ zu zementieren, und mit aller Macht diese Strukturen weltweit durchzusetzen?
Ist es nur die Generierung der deutlich sichtbaren sozialen Differenz, dem exklusiven gesellschaftlichen „oben“ und dem weniger exklusiven „unten“ des sozialen Rand der Gesellschaft Zweck der „Kulturmaschine“ unserer Zivilisation, um unserer verunsicherten und in ihrer Existenzialität zutiefst erschütterten Seele den Schutz und festen Halt strikter sozialer Hierarchien zu gewähren?
Mit welcher Leichtigkeit jeder von uns schon weit jenseits extremer psychischer Belastungssituationen so bereitwillig der Ignoranz unseres eigenen Weltunverständnisses den Vorzug vor der Verständigung gibt.
Wie wir die daraus resultierenden „Wahrnehmungen“ nutzen, um dem Anderen, dem Du, dem Gegenüber all unsere Angstträume und Furchtvorstellungen anzuheften und diese mit sich entladender Vehemenz im Anderen umso heftiger zu bekämpfen.
Wir sind unempfindlich entgegen den Beschädigungen der Biografie und Integrität unserer Gegenüber, die wir leichthin in entrüsteter Moralität des „besser wissen“ rücksichtslos tagein tagaus einander antun.
Kein Verstehen, wo es schon am Erkennen des Anderen mangelt. So sind wir bereit auf jede auch nur gefühlte Andeutung einer Bedrohung, trotz aller Wälle formierter Zivilisiertheit in unserem inneren wie äußeren Dasein, mit unnachgiebigem Unverständnis unsere gewohnten Muster durchzupeitschen.
Wir verpassen alle Segnungen, die der Schatz unserer Kultur offeriert, je unverständiger und ignoranter wir miteinander umgehen. Zeigt sich doch die raffinierte Kultiviertheit unseres Geistes schlussendlich darin, in welcher Weise wir in der Lage sind einander zu begegnen und miteinander (auch und gerade kontrovers) umzugehen.
Mäße man die Höhe unserer Kultur an unserer Fähigkeit zur Integration von Irritationen und dem Umgang mit Konflikten, so würde das Urteil über unsere Kultiviertheit nicht besonders charmant ausfallen.
So lasst uns streben nach dem Wahren, Schönen und Guten!
& allen 1 schönen Abend
Euer Bürger W.
:)
Soll es nur dazu nützlich sein, unsere absurdesten Wünsche nach konsumierbaren Capriziosen zu erfüllen? Um uns, durch immer feiner gesponnene Netze von Überwachung und Kontrolle besser vor uns selbst und unserer unhintergehbaren, menschlichen Natur zu bewahren? Oder um die Verhältnisse in der Festigkeit ihrer Strukturen „bombensicher“ zu zementieren, und mit aller Macht diese Strukturen weltweit durchzusetzen?
Ist es nur die Generierung der deutlich sichtbaren sozialen Differenz, dem exklusiven gesellschaftlichen „oben“ und dem weniger exklusiven „unten“ des sozialen Rand der Gesellschaft Zweck der „Kulturmaschine“ unserer Zivilisation, um unserer verunsicherten und in ihrer Existenzialität zutiefst erschütterten Seele den Schutz und festen Halt strikter sozialer Hierarchien zu gewähren?
Mit welcher Leichtigkeit jeder von uns schon weit jenseits extremer psychischer Belastungssituationen so bereitwillig der Ignoranz unseres eigenen Weltunverständnisses den Vorzug vor der Verständigung gibt.
Wie wir die daraus resultierenden „Wahrnehmungen“ nutzen, um dem Anderen, dem Du, dem Gegenüber all unsere Angstträume und Furchtvorstellungen anzuheften und diese mit sich entladender Vehemenz im Anderen umso heftiger zu bekämpfen.
Wir sind unempfindlich entgegen den Beschädigungen der Biografie und Integrität unserer Gegenüber, die wir leichthin in entrüsteter Moralität des „besser wissen“ rücksichtslos tagein tagaus einander antun.
Kein Verstehen, wo es schon am Erkennen des Anderen mangelt. So sind wir bereit auf jede auch nur gefühlte Andeutung einer Bedrohung, trotz aller Wälle formierter Zivilisiertheit in unserem inneren wie äußeren Dasein, mit unnachgiebigem Unverständnis unsere gewohnten Muster durchzupeitschen.
Wir verpassen alle Segnungen, die der Schatz unserer Kultur offeriert, je unverständiger und ignoranter wir miteinander umgehen. Zeigt sich doch die raffinierte Kultiviertheit unseres Geistes schlussendlich darin, in welcher Weise wir in der Lage sind einander zu begegnen und miteinander (auch und gerade kontrovers) umzugehen.
Mäße man die Höhe unserer Kultur an unserer Fähigkeit zur Integration von Irritationen und dem Umgang mit Konflikten, so würde das Urteil über unsere Kultiviertheit nicht besonders charmant ausfallen.
So lasst uns streben nach dem Wahren, Schönen und Guten!
& allen 1 schönen Abend
Euer Bürger W.
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03.12.2008 | 15.19 Uhr | Roeschen
:-) nur net größewahnsinnisch wädde,-) War dat jetzt richtisch:-))
02.12.2008 | 11.01 Uhr | Bürger W
@roeschen
Thx (thanks;)) 4 ur comments:) und was "einfach sein" (schreiben, Mensch sein etc.) angeht zeigt sich doch die größte Vollkommenheit gerade in den (vermeintlich) einfachen Dingen;).
Viel Spaß beim weiterlesen und vielen Dank für das Stil-Kompliment (aaachhhh tut das gut....:))
Bürger W.
Thx (thanks;)) 4 ur comments:) und was "einfach sein" (schreiben, Mensch sein etc.) angeht zeigt sich doch die größte Vollkommenheit gerade in den (vermeintlich) einfachen Dingen;).
Viel Spaß beim weiterlesen und vielen Dank für das Stil-Kompliment (aaachhhh tut das gut....:))
Bürger W.
02.12.2008 | 10.34 Uhr | Roeschen
Ich bin mir allerdings bewußt, dass ich oder andere Menschen, die dies als Lebenssinn sehen, eher als "Narren" in dieser Welt betrachtet werden!:-))
02.12.2008 | 10.32 Uhr | Roeschen
"versuche" zu leben. Eine Aufgabe des Lebens, eine größere gibt es nicht. Alles andere sind Äußerlichkeiten!
Viele Grüße
Röschen
Viele Grüße
Röschen
02.12.2008 | 10.32 Uhr | Roeschen
Schöner Text, zwar nicht einfach geschrieben, ich bin ja eher ein "einfacher Mensch", jedoch, ich hab´s verstanden.-)
Tja, das wird wohl unerreichbar bleiben. Es liegt wohl an der Entwicklung eines jeden einzelnen menschen und an der Arbeit, die er an sich und mit sich verrichtet, ob er im Leben den Sinn sieht, sich selber immer mehr zu vervollkommnen. Das beinhaltet auch, das Gegenüber wahrzunehmen, zu schauen, welche geschichte er hat und was sie aus ihm gemacht hat. Das wiederum läßt Akzeptanz und Stehenlassen zu. Er braucht keine Besserwisserei, wie der Andere zu sein hat. Er ist und kann den andern sein lassen!
Deine Texte sind imemr eine Mischung zwischen intellektuell verpackter Worte, aber auch tiefer menschlicher Sensibilität. Das gefällt mir.
Ich meine, es ist doch so, dass der Mensch meint, sich ständig besser fühlen zu müssen wie das Gegenüber, nur so scheint er stehenzubleiben.
"Jeder achte den Anderen höher als sich selbst", das ist meine Devise, nach der ich
Tja, das wird wohl unerreichbar bleiben. Es liegt wohl an der Entwicklung eines jeden einzelnen menschen und an der Arbeit, die er an sich und mit sich verrichtet, ob er im Leben den Sinn sieht, sich selber immer mehr zu vervollkommnen. Das beinhaltet auch, das Gegenüber wahrzunehmen, zu schauen, welche geschichte er hat und was sie aus ihm gemacht hat. Das wiederum läßt Akzeptanz und Stehenlassen zu. Er braucht keine Besserwisserei, wie der Andere zu sein hat. Er ist und kann den andern sein lassen!
Deine Texte sind imemr eine Mischung zwischen intellektuell verpackter Worte, aber auch tiefer menschlicher Sensibilität. Das gefällt mir.
Ich meine, es ist doch so, dass der Mensch meint, sich ständig besser fühlen zu müssen wie das Gegenüber, nur so scheint er stehenzubleiben.
"Jeder achte den Anderen höher als sich selbst", das ist meine Devise, nach der ich








